
Wachstube
Details
Die Geschichte
Bei einer Restaurierung im Jahr 1887 kam auf dieser kleinen Holztafel die Signatur „P. CODDE F. 163“ zum Vorschein, die letzte Ziffer der Jahreszahl ist verloren. Das Museum datiert das Bild deshalb in die späten 1630er Jahre. Die Niederlande führten damals noch Krieg gegen Spanien, und in den Garnisonsstädten warteten Soldaten oft lange auf den nächsten Feldzug. Amsterdamer Maler wie Pieter Codde machten aus diesem Müßiggang ein eigenes Bildthema, die Wachstube. Ein Offizier in gestreiftem Seidenwams weist in den Raum, ein Musketier trägt sein Gewehr geschultert, und am Boden liegt achtlos ein blanker Brustharnisch. Solche Szenen griffen gern auf gemeinsame Vorlagen zurück, etwa auf ein Exerzierbuch des Kupferstechers Jacques de Gheyn von 1607, das jeden Handgriff mit Muskete und Pike zeigte. Marcantonio IV. Borghese hatte die Tafel 1783 in Rom gekauft. Ein Jahrhundert lang galt sie als flämisch, bis Wilhelm von Bode 1883 den Maler erkannte.


