
Kopf der bronzenen Kolossalstatue Konstantins
Details
Die Geschichte
Im Mittelalter standen vor dem Lateranpalast, dem Sitz der Päpste, drei Teile eines riesigen bronzenen Kaisers auf je einer eigenen Säule, dieser Kopf, eine linke Hand und eine Kugel. Fast alle Bronzen des antiken Rom wurden in jenen Jahrhunderten eingeschmolzen, weil man das Metall brauchte. Diese Stücke blieben erhalten, weil die Päpste sie zur Schau stellten.
Eine mittelalterliche Quelle berichtet, der Kopf habe noch eine goldene, mit Edelsteinen besetzte Krone getragen. Die Krone ist verloren, die Reihe von Löchern, in denen sie befestigt war, sieht man aber noch im Haar, das wie eine geschlossene Kappe gearbeitet ist. Mit dem modernen Hals misst der Kopf 177 Zentimeter.
Jung ist dieses Gesicht nicht mehr. Das Museum verweist auf die großen Augen mit schweren Tränensäcken, die Falten und die erschlaffenden Wangen, ein Kaiser in reifem Alter. Es erkennt in ihm Konstantin den Großen, Kaiser von 306 bis 337, und datiert den Koloss ins 4. Jahrhundert. Lange hielt man den Kopf für ein Bildnis seines Sohnes Constantius II., der dem Vater sehr ähnlich sah, und manche Forscher halten diese Möglichkeit weiterhin offen. Hand und Kugel sind gleich daneben aufgestellt.




