
Herkules Mastai
Details
Die Geschichte
1864 stießen Arbeiter unter dem Hof des Palazzo Pio Righetti beim Campo de' Fiori, auf dem Gelände des einstigen Pompeius-Theaters, auf eine überlebensgroße Figur aus vergoldeter Bronze. Sie lag waagerecht in einer Grube, abgedeckt von einer Travertinplatte mit drei Buchstaben, F C S, für Fulgur Conditum Summanium. Ein Blitz des Summanus, des römischen Gottes des nächtlichen Donners, hatte die Statue getroffen, und nach römischem Brauch war sie eigens bestattet worden, zusammen mit den Resten eines Lammes.
Papst Pius IX. erwarb sie kurz darauf, und sie trägt bis heute seinen Familiennamen, Mastai. Es waren die letzten Jahre des päpstlichen Rom. Sechs Jahre später zogen italienische Truppen in die Stadt ein, und die Herrschaft des Papstes über sie war zu Ende. Der Bildhauer Pietro Tenerani restaurierte die Bronze und ergänzte die Schäden mit Gips. Heute steht sie in der Sala Rotonda, dem Kuppelsaal des Museums nach dem Vorbild des Pantheons.
Der junge Herkules stützt sich auf seine Keule, das Fell des Nemeischen Löwen über dem Arm, die goldenen Äpfel der Hesperiden in der linken Hand. Die Datierungen reichen vom Ende des 1. bis zum Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr., und das Museum vermutet als Vorbild ein attisches Werk aus dem frühen 4. Jahrhundert v. Chr.




