
Wassily Kandinsky · PD
Im Walde
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Die Geschichte
„Es schien mir bald, daß vergangene Zeiten, als etwas real nicht mehr Existierendes, mir freiere Hand verleihen könnten zur Anwendung der Farben, die ich in mir fühlte.“ So erklärte Kandinsky 1914 in „Mein Werdegang“, warum er um 1900 Ritter malte. Er wählte das deutsche Mittelalter, das ihm geistig nahelag, zeichnete in Museen und im Münchner Kupferstichkabinett, reiste in alte Städte und ging mit dem Gesammelten dann ganz frei um. Ritter und Landsknechte hatten damals in Kunst und Literatur Konjunktur, in Deutschland ebenso wie in Russland. Hier reitet einer allein durch den Wald, unter Wolken, auf einer kleinen hochformatigen Mahagonitafel von 26 Zentimetern Höhe, datiert 1904. Auf die Rückseite schrieb Kandinsky „Tempera“, das Lenbachhaus bestimmt die Malschicht heute als Öl, womöglich mit Deckfarbe. Anders als die meisten frühen Kandinskys im Haus kam das Bild nicht als Schenkung, das Museum kaufte es 1957.




