Inneres einer imaginären katholischen Kirche

Inneres einer imaginären katholischen Kirche


Details

Jahr
1668
Technik
Öl auf Leinwand
Gattung
Gemälde
Maße
110 × 85 cm

Die Geschichte

Als Emanuel de Witte dieses Bild 1668 signierte und datierte, hätte eine solche Kirche in Amsterdam keinen öffentlichen Gottesdienst halten dürfen. Die Stadt war 90 Jahre zuvor protestantisch geworden und hatte die mittelalterlichen Kirchen übernommen. Katholiken, die die Messe hören wollten, gingen in versteckte Kirchen im Inneren gewöhnlicher Häuser, geduldet, solange man ihnen von der Straße aus nichts ansah. Eine davon, eingebaut in den Dachboden eines Grachtenhauses in der Altstadt, war erst fünf Jahre zuvor geweiht worden. De Witte dagegen erfand hier eine hohe gotische Kirche mit schmalen Spitzbögen, noch ganz für den alten Glauben eingerichtet. Das Licht fällt auf einige Figuren im Vordergrund und lässt den Rest des Raums im Dunkel. Die Leinwand ging durch Sammlungen in Amsterdam, Leeuwarden und Brüssel, bevor das Mauritshuis sie 1883 erwarb.

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