
Karl Bryullov · PD
Italienischer Mittag (Fassung von 1827)
Details
Die Geschichte
Brjullow malte den «Italienischen Mittag» 1827 in Rom. Nach Italien geschickt hatte ihn die Petersburger Gesellschaft zur Förderung der Künstler, die die Reise bezahlte und eine bestimmte Art von Schönheit erwartete. Als das Bild in Russland eintraf, missfiel es: Die Frau, die nach den Trauben greift, erschien ihnen zu gewöhnlich, zu irdisch, weit entfernt von dem anmutigen Ideal, das ein junger russischer Maler nach Hause schicken sollte. Brjullow entgegnete, klassische Korrektheit sei Sache der Statuen, er aber wolle die lebendige Wärme einer echten Italienerin in echtem Mittagslicht. Der Streit ist im Bild selbst zu sehen. Die Sonne fällt durch das Laub auf ihren Arm und ihr Gesicht, und nichts an ihr ist darauf angelegt, einem Komitee zu gefallen. Dieser Briefwechsel kühlte sein Verhältnis zur Gesellschaft für immer ab.



