Judith (oder Salome?)

Judith (oder Salome?)


Details

Jahr
1510
Technik
Öl auf Holz
Gattung
Gemälde
Maße
54,9 × 44,5 cm

Die Geschichte

Kaum ein Stoff war um 1510 in Venedig so beliebt wie Judith. Die Witwe, die den assyrischen Feldherrn Holofernes enthauptete und so ihre Stadt rettete, passte zu einer Republik, die Geschichten vom gestürzten Eroberer schätzte. Cariani, Catena und Tizian haben sie alle gemalt. Deshalb hält die National Gallery diese junge Frau eher für Judith. Das Problem ist, was sie trägt. Ein abgeschlagener Kopf auf einer Metallschale gehört gewöhnlich zu Salome, der man das Haupt Johannes des Täufers auf einer Schüssel brachte. Die Witwe dagegen trägt ihre Beute meist in einem Sack, mit dem Schwert in der Hand und einer Magd an der Seite. Hier fehlen Schwert und Magd, und so endet der Titel noch immer mit einem Fragezeichen. Sie blickt über die Schulter zurück, die Lippen fest geschlossen, die Augen feucht glänzend. Die Jahreszahl 1510 steht auf der steinernen Brüstung unter der Schale.

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