
Joshua Reynolds · PD
Lady Sunderlin
Details
Die Geschichte
Die Berliner Gemäldegalerie besitzt zwei große englische Spätwerke fast gleichen Datums: Gainsboroughs „Die Marsham-Kinder“ von 1787 und dieses Bildnis, das Reynolds im Jahr zuvor malte. Den Auftrag gab Richard Malone, Mitglied des irischen Parlaments, den Georg III. 1785 zum Baron Sunderlin erhoben hatte. Gewünscht war seine Frau in Lebensgröße und ganzer Figur, und das Honorar wurde im November 1786 bezahlt. Reynolds, seit 1768 Präsident der Royal Academy, hatte in seinen Reden an der Akademie immer wieder für überlieferte Bildformeln geworben. Hier greift er auf van Dyck zurück, mit der hellen Gestalt vor dunklen Bäumen und dem Ausblick rechts in eine abendliche Hügellandschaft. Die Kleidung ist dagegen ganz aktuell. Das golddurchwirkte Chiffontuch, die goldene Stickerei am Ärmel, der locker geschlungene Gürtel und das blaue Band über der hoch aufgetürmten Frisur folgen der türkischen Mode jener Jahre. Mit der rechten Hand rafft die 41-Jährige leicht ihr weißes Seidenkleid, als hielte sie mitten in einer Bewegung inne.




