
Landschaft mit magischem Zug
Details
Die Geschichte
In Italien kannte man die Bilder von Hieronymus Bosch vor allem aus Venedig, wo die Familie Grimani einige davon besaß, und aus Holzschnitten nach seinen Entwürfen. Die Galerie sieht in dieser Leinwand eines der frühesten italienischen Echos dieser Bildwelt. Aus dem Torbogen des Hauses im Vordergrund zieht ein seltsamer Umzug. Männer in bizarren Kostümen tanzen mit gehörnten Wesen, ein Wagen wird von einem langhalsigen Tier gezogen, das ein Borghese-Inventar von 1693 ein Kamel nennt. Eine Inschrift über dem Bogen gibt das Jahr 1528 an. Man denkt dabei an die Festzüge, die zuweilen durch Ferrara zogen. Das Bild kam wohl als Geschenk des römischen Fürsten Paolo Savelli an Kardinal Scipione Borghese. Savellis Inventar von 1610 spricht nur von einem „Bild mit Gespenstern“. Der Maler ist unsicher. Alte Inventare nannten die Dossi, später fiel der Name Girolamo da Carpi, jüngere Studien bevorzugen Garofalo, und das Museum setzt hinter diesen Namen ein Fragezeichen.