
Artemisia Gentileschi · PD
Lucretia
Details
Die Geschichte
Um 1626 arbeitete Artemisia Gentileschi in Venedig, als gefeiertste Malerin Italiens und eine der wenigen Frauen, die eine eigene Werkstatt führen konnten. Hier greift sie Lucretia auf, die römische Patrizierin, die sich der alten Erzählung zufolge nach einer Vergewaltigung das Leben nahm, statt die Schande zu tragen, die ihre Gesellschaft dem Opfer aufbürdete. Gentileschi zeigt den Augenblick davor: den Dolch schon gegen die entblößte Brust gerichtet, das Gesicht zwischen Entschluss und Zweifel. Diese Heldin hat sie mehr als einmal gemalt, und sie kannte den Stoff von innen, denn Jahre zuvor hatte sie nach einem Übergriff vor einem römischen Gericht unter der Folter ausgesagt. Danach verschwand das Bild für Jahrhunderte, blieb in einer Sammlung in Südfrankreich lange unerkannt und tauchte erst 2019 bei einer Pariser Auktion wieder auf.




