
Paul Cézanne · PD
Madame Cézanne im roten Kleid
Details
Die Geschichte
Renoirs, Cézannes und El Grecos solle man dem Kunstmuseum schenken, so riet Assis Chateaubriand Ende der 1940er-Jahre den Wohlhabenden von São Paulo. Der Zeitungsbesitzer baute dort gerade ein Museum fast aus dem Nichts auf, und in einer Rede, die er anschließend in seinen eigenen Blättern abdruckte, stellte er die Spende als Schutz einer bürgerlichen Welt dar, die er von der Sowjetunion bedroht sah. Wer nicht zahlen wollte, musste mit unangenehmen Geschichten in seinen Zeitungen rechnen. Dieses Bildnis kam 1949 ins Haus. Bezahlt haben es eine Bank, ein Chemie- und Pharmaunternehmen, zwei Mühlenbetriebe und drei Privatleute, von denen einer ungenannt bleiben wollte. Die Dargestellte ist Hortense Fiquet, Cézannes Frau, gemalt zwischen 1888 und 1890 vor einer kühlen, blaugrünen Wand, in einem roten Kleid, das Cézanne aus lauter Abstufungen einer einzigen Farbe aufbaut.




