Maria mit dem Kind

Maria mit dem Kind


Details

Jahr
1509
Technik
Öl auf Holz
Gattung
Gemälde
Maße
86 × 66 cm

Die Geschichte

Auf dem Schnitt des Buches, das Maria hält, steht in Gold A.S. MDIX, von ihrer Hand in zwei Hälften geteilt. Jahrhundertelang las man darin Andrea Sarto und das Jahr 1509. Als Werk Andrea del Sartos kaufte Kardinal Neri Maria Corsini die Tafel 1759 für 80 Scudi. Maria steht hinter einer steinernen Brüstung, das Kind sitzt lächelnd ganz vorn auf der Kante und zieht ein Knie an die Brust.

Um 1508 hatten Andrea und sein Freund Franciabigio an der Piazza del Grano, einem kleinen Platz hinter dem Palazzo Vecchio, eine gemeinsame Werkstatt eingerichtet. Jeder malte eigene Bilder, doch sie teilten oft Aufträge und Auftraggeber, und ihre Werke jener Jahre sehen einander bisweilen sehr ähnlich. Genau daran entzündete sich der Streit um diese Tafel.

1896 schlug Bernard Berenson Franciabigio vor. Der Kenner Giovanni Morelli hielt die Inschrift für eine falsche Signatur und nannte einen weiteren Florentiner, Giuliano Bugiardini. Roberto Longhi gab das Bild 1927 an Andrea zurück, denn kein Fälscher, so sein Argument, hätte ein Datum so genau auf den Stil abstimmen können, und bei der Restaurierung von 1952 und 1953 erwies sich die Inschrift als echt. 1963 las der amerikanische Forscher Sydney Freedberg A.S. als anno salvationis, im Jahr des Heils, eine Formel, die Franciabigio gelegentlich verwendete, und wies darauf hin, dass Andrea mit einem Monogramm aus zwei A signierte. Die Galerie führt die Tafel weiter unter Andrea, ihr jüngster Katalogeintrag sieht den Stil aber näher bei Franciabigio.

Dieselbe Restaurierung entfernte alte Übermalungen, darunter das lange offene Haar, das früher über Marias Schultern fiel.

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