
Gentile da Fabriano · PD
Madonna der Demut
Details
Die Geschichte
Um 1420 zählte Gentile da Fabriano zu den gefragtesten Malern Italiens, ein Meister jener zierreichen, goldüberladenen Art, die man später Internationale Gotik nennen sollte. Diese kleine Tafel entstand für das private Gebet und nimmt die demütige Form ihres Bildtyps an: Maria sitzt ganz niedrig, auf einem Kissen am Boden, nicht auf einem Thron. Achten Sie auf den Saum des goldenen Tuchs unter dem Kind. Die Zierschrift, die daran entlangläuft, ist kein erfundenes Ornament, sondern eine Nachahmung arabischer Schriftzeichen, und ein Teil davon lässt sich nach Ansicht der Forschung als Vers aus dem Koran lesen. Die Maler dieser Zeit schätzten Stoffe aus dem Nahen Osten und kopierten ihre Inschriften als Zeichen des Luxus, ohne sie zu verstehen. Am Mantel Marias läuft dagegen ein lateinisches Gebet entlang, dieses lesbar, das sie als würdige Mutter Gottes grüßt.




