
Gustave Caillebotte · PD
Mann im Bade
Details
Die Geschichte
Jahrhundertelang war der Akt beim Bade fast immer eine Frau, gerechtfertigt durch irgendeinen mythologischen Vorwand. 1884 malte Caillebotte stattdessen einen Mann: eine ganz gewöhnliche Gestalt, von hinten gesehen, die sich kräftig abtrocknet, gerade aus einem Metallzuber in der Ecke eines kahlen Raumes gestiegen. Auf den Dielen sind nasse Fußspuren zu sehen, auf einem Stuhl liegen die zusammengelegten Kleider und die Stiefel. Nichts ist idealisiert, nur ein beliebiger männlicher Körper in einer alltäglichen Bewegung. Vielleicht wurde das Bild deshalb zu Lebzeiten des Künstlers nur ein einziges Mal gezeigt, 1888 bei der Ausstellung der Zwanziger in Brüssel, wo man es in einen abseitigen kleinen Saal verbannte. Das Museum of Fine Arts in Boston erwarb es 2011.




