
Männerkopf
Details
Die Geschichte
Prag war 1913 eine Provinzstadt der Habsburgermonarchie und zugleich ein Zentrum des Kubismus, in der Malerei ebenso wie bei Häusern und Möbeln mit scharfen, kristallinen Kanten. Antonín Procházka gehörte der „Gruppe bildender Künstler“ an, dem Prager Verband, der sich dem neuen Stil verschrieben hatte. In diesem kleinen Kopf, einen halben Meter hoch, zerfällt das Gesicht in gekippte Flächen aus Braun, Grau und Knochenweiß. Die Nase ist nur als rosa Umriss auf einem hellen Streifen gezeichnet, an einem Rand flammt ein roter Fleck auf. Der Kunsthistoriker Vincenc Kramář, Sammler von Picasso und Braque, bemerkte, dass es Procházka ab 1913 vor allem um sinnliche Stofflichkeit ging, und neben dem Gesicht liegen körnige, gesprenkelte Partien. Seit 2012 hängt das Gemälde als Dauerleihgabe der Wiener Sammlung Rotter im Belvedere.