
Marforio
Details
Die Geschichte
Seit dem frühen 16. Jahrhundert klebten Römer nachts anonyme Spottverse auf Päpste und Kardinäle an eine verstümmelte antike Statue nahe der Piazza Navona, die man Pasquino nannte. Bald bekam er einen Gesprächspartner, diesen liegenden Riesen, der damals noch am Rand des Forums lag. Man nannte ihn Marforio, vielleicht nach Martis Forum, dem Forum des Mars, in dessen Nähe er gefunden worden sein soll. In vielen Pasquinaden unterhielten sich die beiden, Marforio fragte und Pasquino antwortete. Unter Clemens XI., einem Papst aus Urbino, wollte Marforio wissen, was Pasquino da tue, und Pasquino gab zurück, er passe auf Rom auf, damit es nicht nach Urbino verschleppt werde. Das Museum zählt sechs solcher sprechenden Statuen in der Stadt.
Die Figur selbst ist ein Flussgott aus dem 1. Jahrhundert mit dichtem Bart und einem Mantel über den Beinen. Kein Attribut verrät, welcher Fluss gemeint ist, und so dachte man an den Rhein, den Nil oder den Tiber, während das Museum Oceanus für wahrscheinlicher hält. Bis 1592 lag er bei der Kirche Santi Luca e Martina, heute ruht er im großen Brunnen an der Rückwand dieses Hofes.




