
Marquis de Llano, spanischer Gesandter in Wien
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Die Geschichte
Kein Diplomatenstaat, keine Perücke. Grassi malte den spanischen Gesandten 1790 in Wien im pelzbesetzten Morgenmantel, in schimmerndem Blaugrün, mit locker gebundenem weißem Halstuch und dem eigenen, schütter gewordenen Haar. Das Belvedere liest das als Bild eines Privatmanns, dem nur der Brief in der Hand noch ein Amt zuweist. Dabei stand José Agustín de Llano damals seit mehr als einem halben Jahrhundert im Dienst der spanischen Krone. 1738 hatte er als junger Page bei seinem Onkel, einem Staatssekretär, begonnen, später leitete er ein Jahr lang die Regierung des Herzogtums Parma, und 1772 erhob ihn König Karl III. zum Marqués. Seit den späten 1780er-Jahren vertrat er Spanien am Kaiserhof. Auf dem Bild ist er etwa 67 Jahre alt. Er starb 1794 in Wien, noch im Amt.