
Maria als Tempeljungfrau im Ährenkleid
Details
Die Geschichte
Das Vorbild dieses Bildtyps war vermutlich eine silberne Statue aus dem 14. Jahrhundert, die deutsche Kaufleute dem Mailänder Dom stifteten und als wundertätig verehrten. Sie zeigte die junge Maria in einem mit Ähren übersäten Kleid. Nach ihrem Verlust trat 1465 ein Gemälde an ihre Stelle, um 1485 eine Marmorfigur. Über Kopien und Druckgraphik verbreitete sich die Ährenkleidmadonna vor allem in Süddeutschland und im Alpenraum. Hier erscheint Maria als Tempeljungfrau, als das Mädchen, das nach den apokryphen Evangelien vor seiner Verlobung im Tempel von Jerusalem diente. Ihr Haar fällt offen herab, die Hände sind zum Gebet gefaltet. Die goldenen Ähren auf dem grünen Kleid verweisen auf Christus und das eucharistische Brot. Vor dem Altar kniet der Stifter, Abt Benedikt Eck von Mondsee, seine Wappen zu seinen Füßen, und die Tafel über ihm trägt eine Bitte an die Muttergottes um Erbarmen.



