
Matthias Grünewald · PD
Die Begegnung des heiligen Erasmus und des heiligen Mauritius
Details
Die Geschichte
Als Grünewald diese Tafel um 1520 malte, war die abendländische Kirche gerade dabei zu zerbrechen. Auftraggeber war Kardinal Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz, dessen Ablasshandel zur Finanzierung seiner Ämter Martin Luther 1517 zu seinen Thesen bewegt hatte. Albrecht sammelte Reliquien für seine Stiftskirche in Halle, darunter die des heiligen Mauritius, und ließ sich hier selbst als heiligen Erasmus malen, im schweren Bischofsornat. Die beiden Heiligen trennen historisch Jahrhunderte, doch der Maler stellt sie in ein ruhiges, fast höfisches Gespräch. Mauritius, ein Anführer der Thebäischen Legion, erscheint als schwarzafrikanischer Ritter in blitzender Rüstung, eine der bekanntesten Darstellungen eines schwarzen Heiligen in der europäischen Malerei.

