
Édouard Vuillard · PD
Misia sitzend in einer Bergère, genannt „Nonchaloir“
Details
Die Geschichte
Misia Natanson war Pianistin, verheiratet mit Thadée Natanson, der mit seinen Brüdern in Paris die Zeitschrift „La Revue blanche“ herausgab. Hier sitzt sie tief versunken in einem niedrigen Polstersessel, im hellen Kleid, einen Arm erhoben, den Kopf in die Hand gelehnt. Das Musée d’Orsay verortet die Szene in Cannes, im Jahr 1901. Damals war die Riviera vor allem ein Winterquartier wohlhabender Pariser, und die Badesaison im Sommer kam erst viel später. Hinter ihr hängen gelbe Vorhänge an den Fenstern, dazwischen leuchtet ein kleines blaues Viereck. Der Titel „Nonchaloir“ ist ein altes französisches Wort für lässige, träge Sorglosigkeit. Die kleine, fast quadratische Leinwand trägt unten rechts den Atelierstempel des Malers. Jahrzehntelang gehörte sie einer Londoner Sammlung, bevor sie 2011 dem Musée d’Orsay geschenkt wurde.




