
Edvard Munch · PD
Morgen
Details
Die Geschichte
Diesen Munch hat kaum jemand vor Augen. „Morgen“ malte er 1884, mit 20 Jahren, fast ein Jahrzehnt vor dem „Schrei“, als er als überzeugter Naturalist im Kreis der jungen Bohème von Kristiania arbeitete, dem heutigen Oslo. Das Motiv ist alltäglich und still. Eine junge Frau, nach ihrer schlichten Kleidung wohl ein Dienstmädchen, sitzt im Morgenlicht auf der Bettkante, halb angekleidet und noch nicht ganz wach, dem Fenster zugewandt. Munch achtet genau auf ihre von der Arbeit geröteten, rauen Hände und auf den einen noch offenen Knopf ihrer Bluse. Nichts hier kündigt die wirbelnde Verzweiflung an, für die er berühmt wurde. Das Bild gehört in seine realistischen 1880er Jahre, die Zeit, in der man erstmals auf ihn aufmerksam wurde. Der Industrielle Rasmus Meyer kaufte es früh, deshalb hängt es heute in Bergen und nicht in Oslo.




