
Noli me tangere
Details
Die Geschichte
Jahrhundertelang lief diese kleine Tafel als florentinische Arbeit der Renaissance. Sie stammt aus königlichem Besitz und taucht 1746 im Inventar der Sammlung Isabella Farneses im Schloss La Granja auf, dort neben einem Kamin verzeichnet. Den Namen, den sie heute trägt, bekam sie erst sehr viel später. Gemalt wurde sie in Aragón, um 1570, ein Datum, für das das Museum keine Urkunde nennt.
Die Szene selbst ist genau ausgebreitet. Rechts ist das Grab in den Fels geschnitten, zwei Engel sitzen dort, wo der Leichnam gelegen hatte. Auf dem Hügel dahinter stehen die drei Kreuze, im Mittelgrund ziehen sich die Mauern Jerusalems hin. Maria Magdalena kniet, das Salbgefäß neben sich im Gras, und hört, dass sie ihn nicht festhalten soll.
In der Hand Christi liegt ein Rechen. Das Johannesevangelium erzählt, dass Magdalena ihn am Ostermorgen zunächst für den Gärtner hielt, und Maler gaben ihm ein Werkzeug in die Hand, damit dieser Irrtum sichtbar wird. Tizian und Botticelli wählten dafür eine Hacke. Hier stehen die Zinken eines Rechens im Gras.