
Édouard Manet, Olympia, 1863. Wikimedia Commons. · PD
Olympia
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Die Geschichte
Paris, 1865. Manet hängt ein Bild in den offiziellen Salon, das er zwei Jahre zuvor gemalt hatte, und löst einen der größten Skandale der Kunstgeschichte des Jahrhunderts aus. Eine nackte junge Frau liegt auf einem Bett und schaut den Besucher kühl und ungerührt an, eine schmale Schleife um den Hals, einen Pantoffel an einem Fuß. Neben ihr bringt eine schwarze Dienerin einen großen Blumenstrauß, wohl von einem Verehrer, und am Fußende sträubt sich eine schwarze Katze. Die Pose stammt geradewegs von Tizians Venus von Urbino, doch statt einer Göttin erkannten die Zeitgenossen sofort eine Pariser Kurtisane, und gerade das empörte sie. Das Modell war Victorine Meurent, dieselbe Frau wie im Frühstück im Grünen. Der offene Blick der Olympia, der die Käuflichkeit weder verbarg noch beschönigte, machte den Aufruhr erst richtig heftig. Wächter mussten das Bild schützen, so drängten die empörten Besucher heran. Seit 1890 gehört es dem französischen Staat und hängt im Musée d'Orsay.




