
August Macke · PD
Unsere Straße in Grau
Details
Die Geschichte
Bonn, Bornheimer Straße, der Blick aus dem Fenster des neuen Ateliers, das Macke 1911 bezog. Gegenüber blühen schon ein paar Bäume, sonst ist vom Frühling nichts zu sehen. Den grauen Tag machte er zur Übung in Farbnuancen. Er mischte ein helles Grau, veränderte es leicht durch kleine Beimischungen und hielt alle Töne in ihrem Farbwert fast gleich. Dagegen setzte er Gelb, Orange, Rot und Blau, eben die Farben, die er zuvor beigemischt hatte, nun in reinerer Form. Seit dem Vorjahr war er mit Franz Marc befreundet, und die beiden tauschten sich in Briefen über ihre Farbtheorien und Übungen aus. Bei Marc hatte er auch Handbücher zum Farbholzschnitt in japanischer Manier kennengelernt. Davon zehrt das Bild, kein Licht und kein Schatten, Farbflächen, die unvermittelt aneinanderstoßen, winzige Figürchen. Auf dem Leinwandumschlag hinten hat eine unbekannte Hand Titel und Jahreszahl notiert, 1913.




