
Pierre-Auguste Renoir, Parisian Women in Algerian Costume, 1872. Wikimedia Commons. · PD
Pariserinnen in algerischer Tracht
Details
Die Geschichte
Renoir war um die dreißig, als er diese Szene 1872 malte, den Blick auf sein Vorbild Delacroix gerichtet, dessen Frauen von Algier er für das schönste Bild der Welt hielt. Daher stammen das Ruhebett, die schimmernden Stoffe, das warme Halbdunkel und die Haremsposen. Doch Renoir tat nicht so, als hätte er Algerien gesehen. Seine Modelle sind verkleidete Pariserinnen, und der Titel sagt es selbst, was in der damaligen orientalistischen Malerei ungewöhnlich war, die ihre Träume gern als Gesehenes ausgab. Die Jury des Salons von 1872 wies die Leinwand zurück. Viel später gelangte sie an den japanischen Sammler Kojiro Matsukata. Während des Krieges in Frankreich zurückgehalten, erreichte sie Japan erst 1959. Heute hängt sie im Nationalmuseum für westliche Kunst in Tokio.




