
Pietà
Details
Die Geschichte
Der Bildträger ist eine Schieferplatte, etwa drei Zentimeter dick und 103 Kilo schwer. Seit etwa 1530 war Sebastiano der Maler, der die Ölmalerei auf Stein vorantrieb, und Vasari erklärt, warum das ankam: So schien es möglich, Bilder für die Ewigkeit zu machen, sicher vor Feuer und vor Würmern. Für diesen Auftrag passte das genau. 1533 bat Ferrante Gonzaga ihn um ein Werk, das Francisco de los Cobos geschenkt werden sollte, dem Sekretär Kaiser Karls V.; Cobos bestimmte es für die Grabkapelle, die er im andalusischen Úbeda errichten ließ. In der Karwoche 1536 sah er das Bild in Rom und verlangte Dinge, die italienische Maler sonst nicht aufnahmen, die Nägel des Kreuzes und das Schweißtuch der Veronika. Also hält die Muttergottes das Tuch in der ausgestreckten Hand und sieht das Antlitz darauf an, während der Leib ihres Sohnes über ihren Knien liegt. Die Datierung ist bis heute offen. Der Auftraggeber und sein römischer Agent schrieben einander über das Bild von Juni 1533 bis Ende 1539, meist über Sebastianos Langsamkeit, und 1540 kam es nach Spanien. Die Platte gehört der Stiftung des Hauses Medinaceli und hängt als Dauerleihgabe im Prado.




