Teller mit einem Wolfsdämon und dem Raub der Deianeira

Teller mit einem Wolfsdämon und dem Raub der Deianeira


Details

Künstler
Tityos-Maler
Technik
Ton, etruskisch schwarzfigurig (pontische Gruppe), Fußteller
Gattung
Vase

Die Geschichte

In der Mitte dieses Tellers rennt ein behaartes Wesen mit Hunde- oder Wolfskopf, die Beine im Knielauf angewinkelt, der Formel, mit der archaische Maler Eile darstellten. Kein griechischer Mythos erklärt diese Gestalt, und die Vasen dieser etruskischen Gruppe tragen nie Inschriften, also nennt ihn nichts auf dem Teller beim Namen. Das Museum bezeichnet ihn auf dem Schild als Gottheit des Wolfsmenschen. Die Verbindung von Wolf und Totenwelt kennt auch die spätere etruskische Kunst. In der Tomba dell'Orco in Tarquinia, im 4. Jahrhundert v. Chr. ausgemalt, trägt Aita, der Herr der Unterwelt, einen Wolfskopf als Kappe.

Um den Dämon herum läuft eine Geschichte, die die Griechen sehr wohl erzählten. Der Kentaur Nessos entführt Deianeira, die Frau des Herakles, und Herakles setzt ihnen mit dem Bogen nach, an einem Baum vorbei. In der Fassung, die später Sophokles auf die Bühne brachte, erschießt Herakles den Kentauren mit einem Pfeil, und der Sterbende gibt Deianeira sein Blut als Liebeszauber, der ihren Mann eines Tages töten wird. Bemalt wurde der Teller im späten 6. Jahrhundert v. Chr. in Vulci, gefunden in Grab 177 der dortigen Osteria-Nekropole.

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