
Porzellankabinett der Königin Maria Amalia
Details
Die Geschichte
Wer diesen kleinen Raum betritt, steht in einem Gehäuse aus weiß glasiertem Porzellan. Zwischen dünnen vergoldeten Leisten ranken modellierte Blumen, Früchte und Bänder, dazwischen Musikinstrumente, Chinesen in langen gelben und blauen Gewändern und kleine dunkle Affen. So stellte man sich im Europa des Rokoko China vor. Bestellt hat das alles eine Sächsin. Maria Amalia, Enkelin Augusts des Starken, stammte aus dem Land, in dem Meißen als erste Manufaktur Europas echtes Hartporzellan gebrannt hatte. Als Königin von Neapel gründete sie 1743 mit ihrem Mann, Karl von Bourbon, eine eigene Manufaktur im Park von Capodimonte. Dort brannte man allerdings Weichporzellan, und aus diesem entstanden zwischen 1757 und 1759 rund 3.000 Teile für einen ganzen Raum in ihrem Schloss Portici am Fuß des Vesuvs. Wenige Monate nach der Fertigstellung erbte Karl die spanische Krone und nahm die besten Handwerker samt Formen und Material mit nach Madrid. Seit 1866 steht das Kabinett in Capodimonte, auf dem Hügel, wo sein Porzellan einst gebrannt worden war. Der Kronleuchter, ein weißer Porzellanstamm mit grünen Palmwedeln, zerbrach 1943 durch die Druckwelle einer Bombe. Restauratoren setzten ihn aus zwei Kisten voller Scherben wieder zusammen und brauchten dafür zwei Jahre.
