
Paolo Veronese · PD
Porträt eines Herrn aus der Familie Soranzo
Details
Die Geschichte
Ganzfigurige Porträts sind bei Veronese selten, und aus seinen letzten Jahren erst recht. Damals arbeitete er vor allem an großen öffentlichen Aufträgen, allen voran für den Dogenpalast in Venedig. Dieser Mann sitzt in einem geschnitzten Sessel vor einer Säule und einem dunkelgrünen Vorhang, in schwarzem Satin mit Hermelinbesatz, die Farben so zurückgenommen, dass das Bild fast einfarbig wirkt. Wer er war, ist nicht gesichert. Traditionell gilt er als Mitglied der Soranzo, einer der führenden Adelsfamilien der Stadt, und das ist plausibel. Womöglich verdankte der junge Maler seinen Umzug von Verona nach Venedig einem Soranzo, und zu seinen frühen Arbeiten gehörten Fresken in der Landvilla der Familie, La Soranza. Im 17. Jahrhundert hing das Bild im venezianischen Haus des Kaufmanns Jan Reynst. 2022 kam es aus der Sammlung der Earls of Harewood in die National Gallery.




