
Bildnis eines Mannes mit einem Knaben (Graf Alborghetti und Sohn)
Details
Die Geschichte
Im Juni 1895 versteigerte Christie's in London die Bilder des verstorbenen Sammlers Henry Doetsch. Los 63 hieß dort Bildnisse des Grafen Alborghetti aus Bergamo und seines Sohnes. Die Familie Alborghetti hatte das Gemälde an Doetsch verkauft, und ihr Name blieb daran haften. Noch im selben Jahr gab der Londoner Kunsthandel Colnaghi die Leinwand über Bernard Berenson, den jungen amerikanischen Kenner italienischer Malerei, an das Museum of Fine Arts in Boston weiter, für 3.079 Dollar.
Heute zweifelt das Museum an diesem Namen. Moroni malte das Bild am Anfang seiner Laufbahn, um 1545 bis 1550. Der bärtige Mann am Tisch war vielleicht ein Angehöriger des bürgerlichen Mittelstands, ein Jurist oder Sekretär, und der Junge neben ihm womöglich sein Diener. Der Hinweis liegt auf der Tischdecke, ein versiegelter Brief an den hochverehrten Signor Baldesar. War der Mann Sekretär, dann hat er diesen Brief vielleicht selbst geschrieben.
Um 1800 hatte das Bild Teodoro Lechi gehört, einem Sammler in Brescia, noch bevor es zu den Alborghetti kam.




