
Antonello da Messina · PD
Bildnis eines Mannes
Details
Die Geschichte
Um 1475 zeigte das italienische Porträt den Dargestellten fast immer im Profil, starr wie auf einer Medaille. Antonello da Messina macht es anders: ein Mann im Dreiviertelprofil, scharf beleuchtet vor dunklem Grund, der uns direkt ansieht. Das ist die flämische Art, die Antonello sich angeeignet hatte, auch durch den Maler Petrus Christus, den er persönlich kannte, und die er hier mit der Ölmalerei mitbringt, damals auf der Halbinsel eine Neuheit. Das Gesicht tritt in feinen Lasuren hervor, von fast greifbarer Gegenwart. Lange sah man darin ein Selbstbildnis, eine heute aufgegebene Vermutung. Es bleibt ein Unbekannter, in lederner Jacke und roter Kappe. Röntgenaufnahmen zeigen, dass die Augen anfangs woandershin blickten. Zwischen 1979 und 1983 landete dieser Blick auf dem italienischen 5000-Lire-Schein.




