
Anne Vallayer-Coster · PD
Bildnis eines Geigers
Details
Die Geschichte
Anne Vallayer-Coster war erst 26, als sie 1770 in die Pariser Kunstakademie aufgenommen wurde, eine seltene Ehre für eine Frau und noch dazu für eine unverheiratete. Berühmt wurde sie für ihre Stillleben, doch dieses Bildnis entstand 1773 und zeigt eine junge Geigerin, über ein Notenheft gebeugt. Wahrscheinlich saß eine ihrer Schwestern Modell. Sieht man genau hin, sind die Saiten der Geige gerissen und der Bogen liegt im Schoß, und der Ausdruck der jungen Frau ist versonnen und still. Solche gerissenen Saiten verstand man im 18. Jahrhundert als Zeichen für die Vergänglichkeit des Lebens.