Bildnis einer Witwe
Details
Die Geschichte
Als Maes dies 1667 malte, hatte er die stillen Haushaltsszenen seiner jungen Jahre hinter sich gelassen und sich fast ganz dem Porträt zugewandt. Das Bild stammt aus dieser mittleren Zeit, bevor seine Malweise heller wurde: ein dunkler, schlichter Grund und eine nüchtern dargestellte Frau, ohne schmeichelndes Beiwerk.
Sie ist Witwe, und in der niederländischen Republik bedeutete das eine besondere Stellung. Eine Frau, die ihren Mann überlebte, gelangte oft zu einer Unabhängigkeit, die einer Ehefrau kaum zustand: Verfügung über Besitz, ein Geschäft, eigenes Geld. Ihr Schwarz ist teils Trauer, teils das schlichte gute Kleid eines angesehenen Haushalts, das ohnehin zum Schwarz neigte. Maes setzt einen weißen Leinenkragen und eine Haube gegen das Dunkel und gibt ihr sonst fast nichts, kein Zubehör und keinen Raum, nur das Gesicht und das Schwarz.



