
Peter Paul Rubens · PD
Bildnis des Caspar Schoppe
Details
Die Geschichte
Im Februar 1600 wurde auf dem Campo de' Fiori in Rom Giordano Bruno verbrannt. Unter den Zuschauern stand der Mann, den Rubens hier gemalt hat. Kaspar Schoppe, Philologe aus der Oberpfalz, war zwei Jahre zuvor in Prag zur römischen Kirche übergetreten, nach der Lektüre der Kirchengeschichte des Kardinals Baronio, und hatte in Rom schnell Anschluss an die Kurie gefunden. Noch am Tag der Hinrichtung schrieb er einem alten Freund aus der Studienzeit, dem Altdorfer Juristen Konrad Rittershausen, einen ausführlichen Bericht über Prozess und Scheiterhaufen. Der Brief sollte zugleich beruhigen. Rittershausen war Lutheraner, und Schoppe versicherte ihm, Roms Vorgehen gegen Bruno sei kein Fall, der sich je gegen Lutheraner wenden werde.
Als Rubens ihn während seines zweiten römischen Aufenthalts malte, war Schoppe um die dreißig und stand im Dienst des Papstes. Die Streitschriften, die ihn in halb Europa verhasst machten, schrieb er erst danach. Der Bericht über Bruno blieb lange nur handschriftlich im Umlauf und wurde erst gut hundert Jahre später durch den irischen Gelehrten John Toland bekannt gemacht.




