
Bildnis der Frau Serpieri
Details
Die Geschichte
Das Geld hinter diesem Bild stammt aus dem Abfall der Antike. Bei Lavrion, südlich von Athen, lagen seit über 2000 Jahren die Schlackenhalden der attischen Silberbergwerke, und die alten Schmelzöfen hatten längst nicht alles Blei und Silber herausgeholt. 1864 gründete der italienische Ingenieur Giovanni Battista Serpieri mit Partnern aus Marseille eine Gesellschaft, die diese Schlacke ein zweites Mal verhüttete, und wurde damit sehr reich. 1869 malte Nikiforos Lytras seine Frau Clémence in ganzer Figur und Lebensgröße, auf einer Leinwand von fast zweieinhalb Metern Höhe. Sie trägt weinroten Samt und einen schwarzen Spitzenschal, eine doppelte Perlenkette, sternförmigen Schmuck im Haar und in der gesenkten Hand einen halb geöffneten Fächer. Links ragt eine kannelierte Säule auf, und vor dem Saum liegt eine einzelne weiße Rose auf dem Teppich. Im selben Jahr begann der griechische Staat zu bestreiten, wem die antiken Halden eigentlich gehörten, 1871 landete der Streit im Parlament. Als die Nationalgalerie in Athen 2011 wenig bekannte Werke aus ihrem Depot zeigte, nannte die damalige Direktorin Marina Lambraki-Plaka dieses Porträt den eigentlichen Star der Ausstellung. In die Galerie kam es als Schenkung eines Familienmitglieds, Ioannis V. Serpieris.


