
Tempelgang Mariens
Details
Die Geschichte
Maria übersieht man hier leicht. Sie ist das kleine Mädchen in Schwarz mit dem langen offenen Haar, weit hinten im Bild, das auf den Stufen des Tempels kniet und die Hände zu den Priestern hebt, die oben warten. Den Vordergrund überließ der Maler den Erwachsenen, die sie hergebracht haben. Ihr Vater Joachim, ein weißbärtiger Greis, stützt sich auf einen Stab, am Gürtel hängt ein Beutel mit Quasten. Neben ihm falten Frauen mit weißen Schleiern die Hände zum Gebet, und eine von ihnen im grünen Mantel hält eine Gebetsschnur, einen Rosenkranz. Der gehört in die Zeit des Malers. In den 1470er-Jahren begannen Dominikaner am Rhein Rosenkranzbruderschaften zu gründen, die sich in den folgenden Jahrzehnten über Europa ausbreiteten. Der Tempel selbst ist eine gotische Hallenkirche, deren hohe Rippengewölbe sich in die Tiefe ziehen.

