
Sandro Botticelli, Primavera, 1480. Wikimedia Commons. · PD
Frühling
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Die Geschichte
Florenz, um 1480, in der Blütezeit der Medici. Botticelli malt für einen jungen Vetter Lorenzos des Prächtigen ein großes Bild auf Holz, das eine gelehrte Erfindung aus antiken Göttern zeigt, damals ungewöhnlich für ein Werk dieser Größe. In der Mitte steht Venus in einem Orangenhain, über ihr zielt der blinde Amor mit dem Pfeil. Links tanzen die drei Grazien, Merkur vertreibt mit erhobenem Stab die Wolken. Rechts greift der blaugesichtige Windgott Zephir nach der Nymphe Chloris, die sich im selben Atemzug in Flora verwandelt, die Göttin des Frühlings, aus deren Kleid Blumen quellen. Botaniker haben auf der Wiese und im Hain weit über hundert verschiedene Pflanzenarten bestimmt, viele davon so genau gemalt, dass man sie erkennt, und die meisten blühen tatsächlich im Frühjahr rund um Florenz. Man hat das Bild als bildgewordene Liebesphilosophie der Zeit gedeutet, doch was Botticelli und seine Auftraggeber genau meinten, ist bis heute umstritten. Es hängt in den Uffizien, wenige Schritte von seiner Geburt der Venus entfernt.





