
Urmenschen
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Die Geschichte
Die Londoner National Gallery führte diese Tafel früher als „Das Ende des Silbernen Zeitalters“. Heute heißt sie nüchterner „Urmenschen“, und schon dieser Wechsel zeigt, wie unsicher man sich über das Thema bis heute ist. Auf einer Lichtung kämpfen zwei Männerpaare. Die Angreifer stehen über ihren Opfern, dunkelhäutig und langbärtig, die Geschlagenen liegen fast wehrlos am Boden. Frauen und Kinder sind gleich daneben. Eine Frau liegt im Gras, als ginge sie das alles nichts an, eine zweite erschrickt, eine dritte schaut aus dem Bild hinaus. In der Ferne stehen Türme und Mauern für die gesittete Welt, die diese Menschen noch nicht erreicht haben. Cranachs Werkstatt hat die Szene zwischen etwa 1527 und 1535 mehrmals gemalt, und die Forschung sucht ihr unterschiedliche antike Quellen, Hesiods absteigende Weltalter oder Ovids frühe Menschen, die wild in den Wäldern leben. In der deutschen Literatur trägt das Bild noch einen dritten Namen, „Die Früchte der Eifersucht“. Diese Fassung gehörte in den 1880er Jahren einem Sammler in Kassel und kam 1924 mit dem Vermächtnis des Industriellen Ludwig Mond in die Galerie.




