Rebekka und Elieser am Brunnen

Rebekka und Elieser am Brunnen


Details

Künstler
Carlo Maratta
Jahr
1695
Technik
Öl auf Leinwand
Gattung
Gemälde
Maße
171 × 121 cm

Die Geschichte

Im Dezember 1740 schrieb Giovanni Gaetano Bottari, der Gelehrte, der den Corsini als Bibliothekar und Kunstberater diente, an Fürst Bartolomeo Corsini. Kardinal Sacripanti habe an diesem Tag Bartolomeos Bruder, Kardinal Neri Maria Corsini, zwei Gemälde zum Geschenk geschickt. Das eine sei wohl ein Caravaggio mit drei Musikern. Das andere war dieses Bild von Carlo Maratta, der Knecht Abrahams, der für Isaak eine Braut sucht. Den Maratta schätzte Bottari auf mindestens 400 Scudi, den vermeintlichen Caravaggio auf 100. Ein Bildnis Papst Julius' II., das damals als Werk Raffaels galt, war nur 50 Scudi mehr wert.

Der Schenker, Carlo Maria Sacripanti, war Schatzmeister unter dem Corsini-Papst Clemens XII. gewesen, der ihn 1739 zum Kardinal erhoben hatte und Anfang 1740 gestorben war. Das Thema passte zu ihm. Im Buch Genesis bittet Abrahams Verwalter Elieser an einem Brunnen darum, dass das Mädchen, das ihm und seinen Kamelen zu trinken gibt, die für Isaak bestimmte Frau sein möge, und genau das tut Rebekka. Man hat das Bild als Selbstempfehlung des päpstlichen Schatzmeisters gedeutet, des treuen Dieners, der den Willen seines Herrn ausführt.

Maratta malte es um 1695, mit etwa 70 Jahren, und eine vorbereitende Skizze ist in München erhalten. Rebekka probiert die goldenen Armreifen an, die Elieser ihr eben geschenkt hat, während er in strengem Profil dasteht und sein weiter gelber Mantel bis auf den Boden fällt.

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