
Roter Faun
Details
Die Geschichte
Er tanzt. Das Gewicht ruht auf dem rechten Bein, der linke Fuß tritt vor und dreht sich nach außen, als gebe er den Takt an, und in der erhobenen Rechten hält er eine Weintraube. Der Mund ist zu einem Grinsen geöffnet, das die Zähne zeigt, und in den leeren Augenhöhlen saßen wohl einst Einlagen aus Metall oder farbigem Stein. Faune wie er gehörten zum trunkenen Gefolge des Dionysos, des Gottes des Weines, und dieser ist aus Rosso antico gehauen, einem dunkelroten Marmor aus Lakonien auf der Peloponnes. Das Museum versteht schon die Farbe als Hinweis auf den Wein.
Gefunden wurde er 1736 in der Hadriansvilla bei Tivoli, dem weitläufigen Landsitz des Kaisers, und das Museum datiert ihn ins 2. Jahrhundert n. Chr., nach einem griechischen Original des späten Hellenismus. Die Ergänzungen übernahmen die Restauratoren Clemente Bianchi und Bartolomeo Cavaceppi. Sie füllten die Fehlstellen mit einem grau geäderten roten Marmor, der das antike Bild kaum verändert. Seit er 1746 in die kapitolinischen Sammlungen kam, bewunderten ihn die Reisenden. Der Saal trägt seinen Namen, und an seinen Wänden hängt die Bronzetafel mit dem Gesetz, durch das der Senat im Jahr 69 n. Chr. Kaiser Vespasian die Macht übertrug.




