
Safta, die Blumenverkäuferin
Details
Die Geschichte
Im Herbst 2020 hing dieses Bild auf den Plakaten einer Ausstellung des Nationalen Kunstmuseums Rumäniens in Bukarest. Zu sehen war ein Ausschnitt mit Gesicht und Brust der jungen Blumenverkäuferin, daneben zwei kleine Fotos von Einschusslöchern.
Die Löcher stammen vom Abend des 22. Dezember 1989. Auf dem Palastplatz wurde während der Revolution gekämpft, und das Museum im ehemaligen Königspalast lag bis in den nächsten Tag unter Beschuss. Die Werkstatt für Gemälderestaurierung brannte aus, 30 Bilder gingen verloren. Luchians Safta, eine junge Romni, um 1900 gemalt, hing damals in der rumänischen Galerie. Eine Kugel traf sie in die nackte Brust knapp unter dem Ausschnitt, die zweite durchschlug die dunkle Jacke über dem Herzen. Die Restauratorin und Kuratorin Sorina Gheorghiță hält diesen Schuss nicht für Zufall. Wer geschossen hat, wurde nie geklärt. In der Werkstatt des Museums, wo im Januar 1990 die Arbeit an den beschädigten Gemälden begann, wurde auch Safta wiederhergestellt.
