
Didier Descouens · PD
Der heilige Franz von Assisi
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Die Geschichte
In den 1890er Jahren war Franz von Assisi in Frankreich plötzlich wieder ein Thema. Der protestantische Pfarrer Paul Sabatier hatte kurz zuvor eine Lebensbeschreibung des Heiligen veröffentlicht, die sich glänzend verkaufte und in Rom trotzdem auf dem Index der verbotenen Bücher landete. Henri Martin, damals Mitte 30 und mit staatlichen Wandbildaufträgen beschäftigt, malte in diesen Jahren eine Reihe religiöser Bilder, von denen heute nur noch wenige in französischen Museen hängen.
Sein Franziskus steht in einer weiten, hellen Landschaft, in brauner Kutte mit hochgezogener Kapuze und dünnem Heiligenschein, im Gespräch mit dem Bruder Sonne aus seinem eigenen Lobgesang. Die Haltung der Hände hat Martin mehrfach geändert, die früheren Fassungen sind auf der Leinwand noch zu erahnen. Aufgetragen ist die Farbe in kurzen, getrennt gesetzten Strichen, breiter als die Punkte der Neoimpressionisten. Das Museum in Cahors, das seinen Namen trägt, kaufte das Bild 2012 aus einer Privatsammlung.




