
Peter Paul Rubens · PD
Der heilige Ildefons empfängt die Kasel von der Jungfrau Maria, in Gegenwart von Erzherzog Albrecht und Infantin Isabella
Details
Die Geschichte
Die königlichen Schreiber haben diese kleine Platte immer wieder beschrieben und sich dabei immer wieder widersprochen. Im Inventar von 1746 über die Bilder Isabella Farneses im Schloss La Granja steht sie als Original von Rubens' Hand, auf Leinwand, mit Unserer Lieben Frau, die dem heiligen Ildefons die Kasel überreicht, und mehreren Figuren, darunter ein knieender König und eine knieende Königin. Zwanzig Jahre später ist dieselbe Nummer korrekt als Kupferbild verzeichnet und mit 700 Realen bewertet. 1794 hing sie im kleinen Oratorium des Königs in Aranjuez und galt 4.000. Ins Museum kam sie 1848. Die Szene ist eine spanische Legende: Ildefons, im 7. Jahrhundert Erzbischof von Toledo, schrieb zur Verteidigung der Jungfräulichkeit Marias und wurde dafür, so die Erzählung, mit einem Gewand aus ihren eigenen Händen belohnt. Die Komposition folgt dem Altarbild, das Rubens für eine Brüsseler Bruderschaft malte und auf dessen Seitenflügeln die Erzherzöge Albrecht und Isabella knieten, jenes Paar also, das die Schreiber nicht zu benennen wussten. Das Museum führt die Platte als Arbeit der Rubens-Werkstatt und datiert sie nicht genauer als ins 17. Jahrhundert.




