
Philippus tauft den Kämmerer
Details
Die Geschichte
Um 1748 bestellten Matthijs und Catharina Beuning, ein Ehepaar an der Keizersgracht in Amsterdam, dieses Kaminstück bei Jacob de Wit für ihren Hauptsaal. Der Raum war zugleich ein Versammlungsort. Die Beunings gehörten zum Kreis der Herrnhuter Brüdergemeine, einer protestantischen Bewegung aus dem sächsischen Herrnhut, und deren Amsterdamer Gemeinde kam hier zusammen. Die Herrnhuter schickten Missionare nach Übersee, unter anderem in die niederländische Kolonie Suriname, um versklavten Menschen zu predigen, und das Rijksmuseum liest das Bildthema in diesem Licht.
Es ist die Geschichte aus der Apostelgeschichte, in der Philippus den Kämmerer der äthiopischen Königin tauft, einen Fremden, der unterwegs bekehrt wurde. Der Kämmerer neigt sich am Wasser, sein Gefolge wartet hinter ihm mit Kamel, Sonnenschirm und Pferden, und rechts steht der vergoldete Wagen, in dem er im Propheten Jesaja gelesen hatte. Das Haus wurde 1896 für den Bau der Raadhuisstraat abgerissen.




