
Sarkophag mit Orestes und Iphigenie
Details
Die Geschichte
Im Jahr 44 v. Chr. schrieb Cicero ein Gespräch über die Freundschaft. Darin erinnert sich der römische Politiker Laelius an einen Abend im Theater. In einer neuen Tragödie des Dichters Pacuvius weiß ein König nicht, welcher von zwei Gefangenen Orestes ist. Pylades gibt sich als Orestes aus, um an Stelle des Freundes zu sterben, und Orestes beharrt darauf, dass er es sei. Das ganze Publikum, so Laelius, sei aufgestanden und habe applaudiert.
Rund zwei Jahrhunderte später füllen dieselben Freunde diesen Marmorsarkophag. Die Geschichte spielt bei den Taurern am Schwarzen Meer. Orestes und Pylades sollen dort ein heiliges Bild der Artemis holen und erkennen in ihrer Priesterin die verschollene Schwester des Orestes, Iphigenie. Auf der Vorderseite gehen die Szenen ineinander über, das Heiligtum der Göttin, Orestes, von einer Erinye gequält, einem Rachegeist, und der Kampf, der mit der Flucht endet.
Die Forschung datiert den Sarkophag um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Er ist vollständig erhalten, mit Deckel, 2,18 Meter lang, und die Ergänzungen späterer Restauratoren wurden wieder abgenommen.




