
Szenen aus dem Leben Christi
Details
Die Geschichte
Auf der Rückseite dieser kleinen Tafel steht auf Italienisch von Meister Giotto, der Rest der Zeile ist verloren. Ganz falsch lag der Schreiber nicht. Gemalt hat sie Giovanni da Rimini, ein Maler aus der Stadt an der Adria, und zwar im ersten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts. Roberto Longhi schrieb sie ihm 1935 als Erster zu. 1947 galt sie eine Zeit lang als Werk des Buchmalers Neri da Rimini, wegen der gestreckten Figuren mit den winzigen Köpfen und der feinen Kleinarbeit.
Sechs Szenen teilen sich die Fläche, Geburt Christi, Kreuzigung, Kreuzabnahme, Abstieg in die Vorhölle, Auferstehung und Jüngstes Gericht. Die Themen folgen byzantinischen Vorbildern, die Körper und der Raum um sie herum verraten dagegen Giottos Schule.
Es gibt ein Gegenstück von fast gleichem Format, mit Szenen aus dem Leben Marias und anderer Heiliger. Ende des 17. Jahrhunderts befanden sich beide in der Sammlung Barberini. Die andere Tafel gelangte nach England, wo sie der Herzog von Northumberland 1853 erwarb, ebenfalls als Giotto, und 2015 kam sie an die National Gallery in London. Lange hielt man die beiden für die Flügel eines Diptychons, doch nach Angaben des Museums sprechen technische Untersuchungen und die Auswahl der Szenen heute dagegen.