
Edvard Munch · PD
Selbstbildnis
Details
Die Geschichte
Im Dezember 1885 erschien in Kristiania, dem heutigen Oslo, Hans Jægers Roman „Fra Kristiania-Bohêmen“ über die Boheme der Stadt, und die Polizei beschlagnahmte ihn fast sofort. Im Jahr darauf wurde der Schriftsteller verurteilt und kam ins Gefängnis. In diesem Kreis, der offen gegen die bürgerliche Moral anschrieb und die freie Liebe verteidigte, verkehrte damals der junge Munch, und das Nationalmuseum sieht in diesem Selbstbildnis genau diesen Typus, den selbstbewussten, arroganten Bohemien. Munch war 22. Er hat die Farbe verdünnt und die Oberfläche aufgekratzt, sodass das Gesicht wie aus einem Dunst auftaucht, beleuchtet von einer Lichtquelle jenseits des Bildrands. Mit derselben rauen Technik arbeitete er zur gleichen Zeit an seinem Bild „Das kranke Kind“. Die Leinwand ist klein, rund 33 Zentimeter hoch. Sie gehörte Munchs enger Freundin Aase Nørregaard und ihrem Mann, dem Anwalt Harald Nørregaard, bevor die Nationalgalerie sie 1938 erwarb.




