
Titian · PD
Selbstbildnis
Details
Die Geschichte
Im 16. Jahrhundert galt ein Maler als Handwerker, näher am Tischler oder Färber als an einem Edelmann. Tizian durchbrach das. 1533 machte ihn Kaiser Karl V. zum Ritter vom Goldenen Sporn und zum Hofpfalzgrafen, eine unerhörte Ehre für einen Mann, der mit den Händen arbeitete. In diesem Selbstbildnis, um 1550 in Venedig gemalt, trägt er den Beweis dafür, die schwere goldene Kette des Kaisers, dreifach um die Brust geschlungen, während er den Blick abwendet, in Gedanken versunken, statt uns anzusehen. Er war über sechzig und arbeitete für Könige und Päpste in ganz Europa. Aus der Nähe lösen sich Kette und weißes Hemd in grobe, lose Tupfer auf, die erst aus einigen Schritten Abstand zusammenfinden, jene späte freie Manier, die Tizian gerade in diesen Jahren erfand.




