
Edvard Munch · PD
Bühnenbild für Henrik Ibsens „Gespenster"
Details
Die Geschichte
Als Max Reinhardt im Herbst 1906 neben seinem Deutschen Theater in Berlin die Kammerspiele eröffnete, wollte er einen Raum, in dem das Publikum den Schauspielern ganz nah ist. Am 8. November stand dort zum ersten Mal Ibsens „Gespenster“ auf dem Spielplan, das Stück über eine Witwe, die den ehrbaren Schein ihrer Familie wahrt, während ihr Sohn für das heimliche Leben des verstorbenen Vaters büßt. Von Munch erbat Reinhardt Stimmungsskizzen, und diese ist eine davon, mit Tempera direkt auf ungrundierte Leinwand gemalt. Überliefert ist, was dem Regisseur sofort auffiel. Die Wände hätten die Farbe kranken Zahnfleischs, meinte er, und für die Bühne müsse ein Teppich in genau diesem Ton gefunden werden. Das andere war der wuchtige schwarze Lehnstuhl, in dem für ihn die ganze Stimmung des Dramas lag. Auf der Skizze steht er am Tisch, um den sich die Familie versammelt hat, als dunkelste Form im Raum. Für einen Saal im Obergeschoss derselben Kammerspiele malte Munch bald darauf noch einen ganzen Bilderfries.




