
Wassily Kandinsky · PD
Formen in Spannung
Details
Die Geschichte
Als Bildträger nahm Kandinsky 1936 ein Stück Triplex, jenes Verbundsicherheitsglas, das der französische Chemiker Édouard Bénédictus 1909 patentieren ließ und das inzwischen in den Windschutzscheiben von Autos saß. Das Centre Pompidou, dem die kleine Tafel gehört, beschreibt sie als Malerei mit wasserlöslicher Farbe hinter Triplexglas. Kandinsky lebte damals in Neuilly-sur-Seine am Rand von Paris. Die Hinterglasmalerei kannte er seit den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg aus Oberbayern, wo Handwerker auf diese Weise Heiligenbilder malten. Gearbeitet wird dabei in umgekehrter Reihenfolge, zuerst die feinsten Einzelheiten, zuletzt der Grund, hier ein durchgehendes Schwarz. Das Format ist bescheiden, etwa 29 mal 39 Zentimeter. Eine Vorzeichnung in Farbstiften liegt ebenfalls im Pompidou. Beide kamen 1981 mit dem Vermächtnis seiner Witwe Nina Kandinsky ins Museum. Unten links steht sein Monogramm.




